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Johann Sebastian Bach: 3 Sonaten und 3 Partiten für Violine solo

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"Man weiß nicht, was man am meisten bewundern soll: den Reichtum der Erfindung oder die Kühnheit der Violine eine solche Polyphonie abzutrotzen. Je mehr man sie liest, hört und spielt, desto größer wird das stets neue Erstaunen." So formulierte Albert Schweitzer in seinem berühmten Bachbuch bereits 1907 seine Bewunderung für diese Werke. Seither ist unsere Einsicht in die Großartigkeit und Unvergleichlichkeit dieses Zyklus ständig gewachsen.

Schon 1877 hatte sich Johannes Brahms folgendermaßen über die Chaconne geäußert:
"Die Chaconne ist mir eines der wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke. Auf ein System, für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen."

Treffender ist die Chaconne, treffender im Grund der ganze Zyklus nicht zu charakterisieren. "Was hier an Denkkraft, Erfindung und kunstvoller Architektur klingende Gestalt geworden ist, hat nicht seinesgleichen." So drückt sich der Musiker und Bach-Experte Günter Haußwald in einem Nachwort zu einer Bach-Ausgabe aus.

Doch bei allen noch so guten Formulierungen darf eines nicht vergessen werden: die Musik spricht am besten für sich selbst. Hört man ihr zu, erfährt man gewiss mehr über Bach, seine Religiosität und seine Kunst als dies lange Kommentare auszudrücken vermögen. Dabei scheinen Kirchenräume, teils wegen ihrer für das mehrstimmige Geigenspiel hervorragenden Akustik, teils wegen ihrer zu besinnlicher Kontemplation anregenden Intimität geradezu prädestiniert zu sein, diesen Werken einen klingenden Rahmen zu geben.

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