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Eviggültiger Bach
Es ist jetzt 250 Jahre her seit Bach starb. Aber die musikalischen
Impulse, die er - besonders im Dienst der Kirche - seiner Zeit gab,
haben sich als ewiggültig erwiesen.
Der Ausgangspunkt für Jochen Brusch ist der tiefe Inhalt von Frieden
und Hoffnung dieser Bachschen Musik. Die Einsicht, die er in diese
Musik hat, teilte er gerne mit den Vielen, die in unserer Zeit
dieser alten Musik zuhören. Das geschah jetzt an drei Abenden in
diesem Jubiläumsjahr mit der Aufführung von wesentlich
Kompositionen aus Bachs Hand. Der erste Abend enthielt die Sonate in
g-moll BWV 1001 und die Partita in h-Moll, BWV 1002.
Mit Jochens gefühlvollem und nach Tiefe suchendem Spiel wurde man hier
direkt in die Seele der einzelnen Sätze geführt. Besonders wirkte
die Fuge im ersten Teil sehr stark, aber auch die Allemande, welche
die Partita einleitete, stand in ihrer Pompösität sehr schön und
die folgenden Sätze enthielten viele gute Details.
Am Samstag war es die Sonate in a-Moll, BWV 1003 und die Partita in d-Moll, BWV 1004.
Diese Werke stellen an den Ausführenden die größten Anforderungen.
Teils sind sie an verschiedenen Stellen technisch schwer, teils sind
einige der Sätze besonders was das Ausdrucksmäßige anbetrifft
sehr schwierig, hier denke ich besonders an das schöne Andante der
Sonate und an die sublime Chaconne, die am Schluss der Partita
steht.
Es zeigte sich, dass Jochens besonderer Stil, sein Klang und die Art
seiner Empfindung sehr gut zu Bachs Musik passen. Der warme, volle
Ton, die präzisen Striche und der sehr variantenreiche Stil seines
Spiels erfüllen die Forderung nach einem beherrschtem Stil im
"Grave", dem markanten Stil der "Fuga" und dem
ehr lebendigem Tempo der "Courante". Ja, all das
verwirklicht er in seinem Spiel mit einer Geschmeidigkeit und Natürlichkeit,
welche der Aufführung gerade jene Andeutung von Religiosität
verleihen, die Bach selbst in diese Kompositionen gelegt hat.
Am Sonntag konnte man die Sonate in C-Dur BWV 1005 und die Partita in
E-Dur, BWV 1006 hören.
Hier wurden dann - soweit es sich um Dur-Tonarten handelte - die helleren Töne angeschlagen, aber der Ernst und das Seriöse verschwanden
dennoch nicht. Das einleitende Adagio wirkte wie eine Art Präludium
zur nachfolgenden Tripelfuge, wonach ein absolut himmlisches Largo
und ein äußerst sprudelndes Allegro folgten. So kam man schließlich
zu den 7 herrlichen Sätzen der Partita. Hier leuchtete das Präludium
schön auf vor der mehr gesetzten Loure, wonach ein melodiöses Stück
nach dem anderen folgte bis der herrliche Melodienreigen schließlich
schloss. Es ist gewiss, dass die Geige ein äußerst ausdrucksvolles
Instrument ist, aber mit einem Meisterkomponisten und einem demütigen
und fähigem Vermittler kommt große Musik dabei heraus und das ist,
es was geschah. Er beschloss mit der schönen Sarabande der d-Moll
Partita.
Übersetzung
Jochen Brusch
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