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Johann Sebastian Bach:
30 Präludien
für Violine solo von Jochen Brusch
Ries & Erler, Berlin 2003
An ergänzendem Studien material für Violine
mangelt es nicht unbedingt. Der Herausgeber gibt für die Entstehung
dieses Kompendiums von 30 bachschen Präludium zwei Gründe an:
Eigenbedarf an wertvollem, anregendem Studienmaterial für seine
Schüler und die Experimentierlust, wie weit sich Bachs polyfoner
Klaviersatz auf die Violine übertragen ließe. Die
Schwierigkeitsgrade eines solchen Unterfangens bilden, so der Autor,
ein Spektrum von mittelschwer, schwierig bis virtuos. Daraus ergibt
sich für den erfahrenen Violinpädagogen die Erkenntnis, dass es sich
bei den 30 Präludien für Violine solo um ein begleitendes
Studien-Kompendium auf "Lebenszeit" handeln könnte, soweit der
Schüler die höchsten Grade geigerischer Virtuosität zu erreichen
vermag. Da dies selten vorkommt, erscheint die Auswahl zwar äußerst
interessant – sie lässt die Grenzen höchster technischer
Anforderungen deutlich erkennen -, dürfte aber für den "normalen" Fall nur partiell praktikabel sin.
Dennoch wird ein modern denkender Pädagoge nicht vor dieser "Hürde" zurückschrecken. Gerade in der differenzierten Aufarbeitung
geigerisch unspezifischer Details wir er viele didaktisch wertvolle
und brauchbare Anregungen finden können.
Diese von Jochen Brusch mit akribischem Fleiß und Sachkenntnis sowie
mit musikalisch violinistischer Begeisterung erstellte Arbeit ist
gleichzeitig eine würdige Referenz an die weig faszinierende
Genialität der vier Großbuchstaben BACH. Allein das wäre Grund genug,
diese Sammlung einem größeren Kreis von Violinisten verschiedenster
Studiengrade zugänglich zu machen.
Reinhold Träger
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